Auch bei mir etwas Biographisches vorab: ich hatte den Film zum Start wahrscheinlich im genau richtigen Alter gesehen – mit 11 Jahren war ich wohl alt genug um den der Action innewohnenden Schrecken verkraften zu können, aber auch noch jung genug um dem Zauber des Films von Anfang bis Ende komplett zu verfallen. Mir erschien der Charakter von E.T. so echt wie jeder neben ihm agierende Mensch. Und ich kann mich auch noch deutlich daran erinnern, wie mir die Tränen das Gesicht runter liefen, als Elliot von seinem auf Eis gelegten Freund Abschied nahm. Und wie heftig der Umschwung von Trauer in Freude war, als er wieder auferstehen konnte.
Und das schöne an dem Film ist, dass er diesen Zauber bis heute für mich immer noch besitzt. Ich habe zu Spielberg inzwischen einen etwas nüchtereren Blick entwickelt – etwa seitdem “Hook” bei mir eher das Gegenteil von dem Zauber ausgelöst hatte, den ich mir von dem Film erhofft hatte – aber auch heute noch sollte wenn ich mir den Schluss von “E.T.” ansehe, besser eine Packung Taschentücher in Griffnähe bereit legen.
Was Filme angeht, scheine ich damit inzwischen eine Art von Schizophrenie entwickelt zu haben – zeig mir, wie Schwarzenegger in “Phantomkommando” eine Armee von Menschen niedermäht und ich habe nur ein höhnisches Grinsen für die Opfer übrig. Aber wenn Drew Barrymoore eine Gummipuppe küsst und ihr eine Zimmerpflanze als Geschenk mit auf den Weg gibt, dann sagen die für die Tränendrüsen zuständigen Nervenenden sofort: “Alle Rohre frei!”